Projekt Flicts – Durchführung

Durchführung

Im Spätsommer 2013 wurden die Termine für die Abschlussprüfungen meiner Ausbildung zur Erzieherin festgelegt. Die Gruppe in welcher ich meine Prüfung ablegen sollte, 25 Vorschulkinder im Alter von 5-6 Jahren war mit dem Thema Farben beschäftigt.
In einer Einrichtung, die in freier, nicht konfessioneller Trägerschaft ist, kam ein religiöser Text zum Einsatz meiner Methode nicht in Betracht. Unter allen Büchern, die sich mit Farben beschäftigen, und die für Kinder dieses Alters in Frage kamen, ist mir das Buch Flicts von Ziraldo als am besten geeignet erschienen, um die Methode im säkularen Bereich einzusetzen. Dies hat sich bestätigt und auch die kleineren Kinder der Einrichtung fragen immer mal wieder: "singst du uns Flicts?" Die hier veröffentlichte Beschreibung des Projektes schließt nur die ersten 4 Sequenzen ein, diese waren im wesentlichen Inhalt meiner Facharbeit. Der Abgabetermin erlaubte nicht das ganze Projekt einzubeziehen. Der Text des Buches wurde gekürzt, so dass das ganze Rezitativ 7 Minuten lang ist und den Sinn der Geschichte doch ganz wiedergibt. Die Textabschnitte der ersten 4 Sequenzen sind Bestandteil dieser Dokumentation. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Musikerin Christiane Issler bedanken, ohne deren Zutun dieses Rezitativ nicht so hätte entstehen können.

Das Projekt Flicts begann am 15. Oktober 2013 und wurde auch während der Herbstferien fortgesetzt, wodurch in Kauf genommen wurde, dass die verreisten Kinder nicht an allen Sequenzen teilnehmen konnten.

Von den 25 Kindern der Gruppe waren zu Beginn des Projekts 24 Kinder anwesend, bei der zweiten Stunde 20, bei der dritten Stunde 19 und bei der letzten hier einbezogenen Stunde nahmen wiederum 19 Kinder teil. Bereits innerhalb dieser vier Sequenzen hat sich ein routinierter Ablauf entwickelt, auch dank der Anregungen der betreuenden und beobachtenden Kollegen. Jede Projektsequenz begann mit dem Lied „Wir sind heute hier...“, von Hélene Lubienska de Lenval womit die Kinder in den Raum einzogen und einen Kreis bildeten. Danach folgte die Erklärung der fünf Säulen mithilfe des „chant mnémotechnique“, eine Wiederholung des Gelernten und eine Stilleübung, bevor der neu zu lernende Teil des Rezitativs präsentiert wurde.



Die körperliche Lockerungsübung hat sich als sinnvoll erwiesen und sollte ebenfalls Routine werden. Daran schloss sich das Erlernen des neuen Teils an und es folgte die Rhythmusübung in Form eines „Gänsemarsches“. Anschließend wurde das Wiegen geübt und eine weitere Stilleübung erfolgte als Vorbereitung auf das stumme Rezitieren nur mit Gesten. Dieses wiederum leitete die Integrationsübung ein, welche während dieser vier Sequenzen überwiegend mithilfe eines Puzzles stattfand. Als Abschluss erfolgte eine Reflexion der Kinder und ein Schlussrefrain. Diese sich entwickelnde Routine ist nachzuvollziehen anhand der im Anhang befindlichen Projektstundenplanungen. Die Kinder konnten nicht immer alle pünktlich zu Beginn jeder Projektsequenz erscheinen, was den Ablauf aber nicht behindert hat. Weiterhin war es den Kindern frei gestellt, sich während des Rezitierens hinzusetzen und zuzuschauen oder die Gesten im Sitzen zu machen. Dies hat den Ablauf nicht gestört und alle Kinder hatten die Möglichkeit, nach eigenem Ermessen wieder teilzunehmen – was sie nach kurzer Pause auch immer wieder taten. Diese Möglichkeit wurde ihnen gegeben, weil diese Arbeit sehr anstrengend ist und den ganzen Menschen fordert und fördert.

Zur vierten Projektsequenz ist zu erwähnen, dass ich nicht voll konzentriert und präsent war. Die Vorboten einer Virusinfektion, die sich am Folgetag manifestierte, könnten dafür der Grund gewesen sein. Das Interesse etwa der Hälfte der Kinder ließ demzufolge nach.